Die NLA-Saisonbilanz 2009/10:Ein schwieriges Jahr gut gemeistert
Das
NLA-Team von GC Amicitia hat das schwierige Jahr nach der Supersaison 2008/09
mit dem Gewinn des Triples Meisterschaft, Schweizer Cup und Supercup vor dem
Hintergrund der turbulenten Vorgänge im letzten Herbst aus sportlicher Sicht
mit dem 2. Schlussrang wider Erwartet gut gemeistert.
Nach dem Abgang von fünf Spielern aus dem
Meisterkader bezifferte die Szene den Substanzverlust mit 40 Prozent. Vor allem
das Duo Andy Schmid/Frank Löke hat eine grosse Lücke hinterlassen. Wie die
Transfervorgänge in den letzten Monaten belegen, haben die ehemaligen
Amicitia-Protagonisten inzwischen einen „Marktwert“ im hohen sechsstelligen
Euro-Bereich erhalten. Neben den Auswirkungen im personellen Sektor gingen
andere schwer wiegende Probleme im Umfeld nicht spurlos am NLA-Team vorbei.
Die im
Juni 2010 beschlossene Bildung einer Spielgemeinschaft GC/Amicitia mit dem Ziel
einer Fusion, die schwierige Besetzung des Trainerpostens nach dem Wegzug von
Robert Kostadinovich und die Planung der Saison warfen enorme Probleme auf und
setzten Vereins- und Mannschaftsführung unter Zeitdruck. Zusätzlich war die
Vorbereitung auf die Champions League nicht einfach, weil diese
(arbeitsintensiven) Vorgänge in einem Zeitraum von wenigen Wochen über die
Bühne gebracht werden mussten. Für den Sportchef-Posten zeichnete sich die
jetzt gültige Lösung mit Walter Müller erst im Laufe des Herbstes ab.
Im
Herbst erreichte die Krise im pekuniären Bereich der Trägerschaft mit einem
drohenden Konkurs ihren Höhepunkt und konnte erst ein Vierteljahr später
beigelegt werden.Davon war auch
das Spielerkader betroffen. Ende November schieden Edin Basic und Jan-Henrik
Behrends aus. Immerhin fanden diese verdienten Spieler valable neue
Arbeitsplätze in Chambéry und Düsseldorf. Der nunmehr scheidende Trainer Robert
Nijdam sah sich jedenfalls seit dem Beginn seiner Tätigkeit in Zürich laufend
mit schwierigen Voraussetzungen konfrontiert. Das darf zur „Entlastung“ des
Holländers angemerkt werden, von dem sich GC Amicitia aus strategischen
Überlegungen nunmehr trennt.
In einem qualitativ kleinen Kader fielen
verletzungsbedingte Ausfälle besonders stark ins Gewicht. Im September/Oktober
fehlte Edin Basic neun Runden lang, und stand Marko Vukelic nach langer
Rekonvaleszenz in der Startphase noch nicht zur Verfügung. Nach der Winterpause
fiel Toni Kern wieder aus. Das war besonders hart, weil der Deutsche zum
Zeitpunkt des erneuten Ausfalls im Begriff war, sich als Leistungsträger und
Goalgetter im Team zu etablieren.
Die
Mannschaft hat den schwierigen Umständen mit Charakter getrotzt und in diesem
Licht ist der 2. Platz im Grunde genommen eine respektable Leistung. Zwei
Vereine mit starken Aufwärtstrend in der Spielzeit 2009/10, BSV Bern Muri und
Pfadi Winterthur, liegen in der Endabrechnung vier und sechs Punkte hinter GC
Amicitia. Sportliches Saison-Highlight war der 28:21-Erfolg gegen den Rivalen
Kadetten SH Handball im Viertelfinal des Schweizer Cups. Schmerzlichstes
Ergebnis war die Finalniederlage gegen Pfadi Winterthur in der K.o.-Konkurrenz.